Fensterfolie: Ein unterschätzter Alleskönner

Folien für Fensterscheiben geben einer Verglasung im Nachhinein bestimmte Funktionen oder Eigenschaften. Sie lassen sich sowohl von außen wie auch von innen auf die fertig eingebaute Scheibe montieren. Am häufigsten finden Sichtschutzfolien, Sonnenschutzfolien, Dekorfolien und Sicherheitsfolien Anwendung. Weitere Fensterfolien, die auch im privaten Bereich sehr häufig benutzt werden, sind Oberflächenfolien und Möbelfolien.

Die Montage von Fensterfolien erfolgt auf glattem, ebenem Glas und meistens von innen. Die Folien heißen auch Flachglasfolien. Die Tönungsfolie, wie sie in vielen Kraftfahrzeugen eingeklebt wird, hat eine Besonderheit. Sie ist für Montage auf konkaven, also gewölbten Fahrzeugscheiben gemacht.

Fensterfolie anbringen ist ganz einfach

Ganz wichtig bei der Montage von Fensterfolie ist eine gründlich gereinigte Fensterfläche. Sie muss staub- und fettfrei sein. Absolut empfehlenswert ist es, die Folie bereits vorkonfektioniert als maßgenauen Zuschnitt zu kaufen. So entfällt das für Leihen schwierige Nachschneiden zu großer Folien und unnötigen Belastungen für die Umwelt, in Form von Abfällen durch Verschnitt, werden vermieden.

Als Hilfsmittel für das Aufbringen der Folie ist neben einem Rakel auch eine Sprühflasche mit Wasser, dem ein Montagekonzentrat zugefügt wurde, nötig. Wasser mit Spülmittel ist eine Alternative, die allerdings dazu führen kann, dass sich zeitweise weiße Schlieren bilden, wenn der Folienkleber mit dem Wassergemisch reagiert.

Um die Schutzfolie von der Fensterfolie zu entfernen, hat sich die Technik mit zwei Streifen Klebefilm bewährt. Dazu die Klebebandstreifen auf eine Ecke der Folie kleben, einen auf die Vorder- und einen auf die Rückseite. Mit den Klebestreifen jetzt die Schutzfolie behutsam abziehen, indem die beiden Klebestreifen auseinandergezogen werden.

Als Nächstes sowohl die klebende Seite der Fensterfolie wie auch die Fensterscheibe mit der Mischung aus dem Zerstäuber gut befeuchten. Die Folie mittig auf der Scheibe anbringen. Sie muss leicht verschiebbar sein.

Ist die andere Seite der Folie ebenfalls gut befeuchtet, ist es einfacher später mit dem Rakel zu arbeiten. Zwischen Fensterfolie und Fensterrahmen sollte ein kleiner Rand von einem bis 1,5 mm stehen bleiben.

Jetzt geht es daran, das Wasser unter der Folie mit dem Rakel vollständig und sehr sorgfältig herauszudrücken. Es darf kein Restwasser mehr unter der Folie bleiben. Das Restwasser kann zu Blasenbildung führen oder sogar zum Ablösen der Folie. Als Letztes einfach noch die die gesamte Folie inklusive der Ränder mit einem Stück Küchenpapier gründlich trocknen.

Auch spezialisierte Anbieter für Fensterfolien nach Maß können bei der Montage behilflich sein.

Fensterfolien im Außenbereich

Als Fenster- oder Scheibenfolien für den Außenbereich gibt es vor allem Sichtschutzfolien und Sonnenschutzfolien. Die Sonnenschutzfolie gibt es in zwei Ausführungen: als transparente Schutzfolie, wie sie in Schaufenstern zum Einsatz kommt, die sogenannte Schaufensterfolie, und als Spiegelfolie.

Fensterfolien als Sonnenschutz

Fensterglas bietet normalerweise keinen Schutz gegen die Sonnenstrahlung. Das ist eigentlich auch so gewollt. Die durchsichtigen Flächen sorgen dafür, dass die dahinter liegenden Bereiche schön hell sind, beispielsweise Wohnzimmer, Arbeitsräume, die Küche oder das Esszimmer. Das natürliche Tageslicht ist wichtig für das menschliche Wohlbefinden. Außerdem erlauben die durchsichtigen Flächen einen ungehinderten Blick nach draußen, sodass – insbesondere bei großen Fensterflächen, beispielsweise an der Terrasse zum Garten hin oder ein einem Wintergarten – Nähe zur Natur besteht.

Doch große Fensterflächen, die von der Sonne angestrahlt werden, haben auch Nachteile und bringen Probleme mit sich. Denn das Sonnenlicht erwärmt die Räume, die hinter den Scheiben liegen. Im Sommer steigen die Temperaturen dann manchmal so hoch, dass Gefahr für die Gesundheit besteht. Niemand fühlt sich wohl in überhitzten Räumen und an effektives Arbeiten ist erst gar nicht zu denken. Eine Fensterfolie kann hier Abhilfe schaffen und den Sonnenschutz wesentlich verbessern, indem die Raumtemperatur spürbar abgesenkt wird.

Wärmeverlust verhindern: Wärmedämmung durch Fensterfolien

Mithilfe von Fensterfolien können Sie die Wärmedämmung in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung optimieren. Denn gerade im Winter geht über das Fensterglas Wärme vom Innenraum verloren. Mithilfe von speziellen Isolierfolien wird die Kälte vom Fensterglas abgeschirmt und Raumwärme bleibt erhalten. So können Sie reichlich Energie und Heizkosten einsparen. Auch eine Wärmeschutzverglasung (zum Beispiel bei Energiesparfenstern) kann sinnvoll sein, um Energie einzusparen. Mehr dazu erfahren Sie von einem:r Energieberater:in

Fensterfolien: Wärmedurchgangskoeffizient verbessern

Der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) beim Fenster zeigt an, wie viel Wärme durch das Fenster gelangen kann. Für eine gute Dämmung ist ein niedriger Wärmedurchgangskoeffizient wichtig. Dafür werden oft moderne Fenster mit Zweifachverglasung oder Isolierglas eingebaut. Mithilfe von Fensterfolie können Sie den U-Wert gezielt senken – das macht sowohl bei älteren als auch neueren Fenstern Sinn. 

Nachträglich Scheiben in Sicherheitsglas verwandeln

Glasflächen bergen auch Gefahren. Gehen sie zu Bruch, entstehen viele scharfe Kanten, das Verletzungsrisiko ist hoch. Vor allem in Haushalten mit Kindern kann das gefährlich werden. Aber auch insgesamt sind Glasflächen immer ein Sicherheitsrisiko, da sich viele Einbrecher unrechtmäßigen Zutritt zu Wohnungen und Häusern verschaffen, indem sie einfach eine Scheibe einschlagen.

Splitterschutzfolie als Unfallschutz

Abhilfe kann hier eine Splitterschutzfolie schaffen, die nach DIN EN 12600 zertifiziert ist. Sie soll Unfälle mit Glasbruch verhindern. In öffentlichen Gebäuden sind diese Folien sogar vorgeschrieben. So ausgestattet lassen sich die Risiken durch Glasbruch in Aufenthaltsbereichen stark reduzieren. Laut Unfallverhütungsvorschriften müssen Schul- und Kindergartenträger vorbeugend geeignete Maßnahmen treffen, um Schnittwunden, die oft mit Glasbruch einhergehen, zu verhindern. Dazu sind leicht nachrüstbare Splitterschutzfolien am besten geeignet.

Splitterschutzfolie als Einbruchschutz

Neben anderen Maßnahmen ist das Anbringen von Splitterschutzfolie auch geeignet, um Einbrechern Widerstand zu leisten. Das sind spezielle Folien, die nach DIN EN 356 zertifiziert sind. Die Folien sind aus einem zähelastischen Kunststoff hergestellt. So beschichtete Scheiben bieten Durchwurfwiderstand und lassen sich mechanisch nicht so einfach zerstören. Das Glas zerbricht zwar dennoch bei einem mechanischen Angriff. Allerdings fällt es nicht heraus, sodass Einbrecher sich hier nicht so einfach Zutritt verschaffen können.

Dekorfolien – kreative Fensterfolien

Dekorfolien sind meistens teildurchsichtig und als Sichtschutz nur bedingt geeignet. Sie haben eine andere Funktion. In der Küche oder im Kinderzimmer können sie durchaus auch als Sichtschutz dienen, dort muss kein 100-prozentiger Sichtschutz gegeben sein. Im Badezimmer oder auch in einer Arztpraxis sieht das anders aus. Die Dekorfolien eignen sich beispielsweise für dekorative Raumtrenner oder auch für Innentüren. Der Sichtschutz nimmt kein Licht, sodass die Räume immer noch schön vom Tageslicht erhellt sind. Damit lässt sich einfachem Fensterglas ein moderner Look verleihen, der sich kostengünstig nachrüsten lässt. Wenn das Dekor nach einiger Zeit langweilig wird, ist es nicht notwendig, gleich die gesamte Scheibe auszutauschen. Dann genügt es, die Folie abzuziehen und eine neue aufzubringen. Die Musterauswahl ist dabei sehr groß, bis hin zu farbigen, transparenten Folien, die gleich den ganzen Raum verändern, weil sie farbiges Licht zaubern.

Fazit

Fensterfolien sind vielseitig. Sie können Sichtschutz, Sonnenschutz, Kälteschutz, Einbruchschutz aber auch einfach nur dekorativ sein. Die Montage von vorkonfektionierten Folien ist kinderleicht und lässt sich von jedermann durchführen.

Zu den gängigen Arten gehören Splitterschutzfolien und Dekorfolien. Splitterschutzfolien können entweder als Unfall- oder Einbruchschutz verwendet werden. 
Ja, Fensterfolie kann den Sonnenschutz erheblich verbessern. Zudem wird die Raumtemperatur spürbar abgesenkt.  
Für die richtige Splitterschutzfolie sollten Sie sich nach der DIN EN 12600 richten. Für die richtige Splitterschutzfolie sollten Sie sich nach der DIN EN 12600 richten. 
Coverbild Copyrights: ©beekeepx/ iStock